Archive for the ‘Gartenzeit’ Category

Grüne Tomaten

Sie waren der Hit bei der letzten Chutney Gartenwerkstatt: Grüne Tomaten.  Ja, sie haben richtig gelesen, keine rosa angehauchten – nein, knackig grün und fest müssen sie sein, das gibt den besonderen Geschmack. Ich hoffe, Sie liebe Leser, haben die Tomaten noch nicht entsorgt; das werden sie in Zukunft mit diesem Rezept auch nicht mehr tun.  Also ran an die grünen Tomaten und rasch noch ein Chutney eingekocht.
Passt hervorragend zu Käse & Kartoffelgerichten.

Hier das Rezept:

Grüne Tomaten-Apfel-Ingwer Chutney

Zutaten für 5 Gläser á 250 ml.

600 gr. Säuerliche Äpfel

1 kg grüne Tomaten

1 kleines Glas Apfelsaft

2 cm klein geschnittene Ingwerwurzel

1 kg Gelierzucker 2:1

eventl. etwas Salz

Die geschälten und gewürfelten Apfelstücke zusammen mit dem Apfelsaft ca. 5-8 Minuten weich kochen.
Tomaten fein hacken und mit Ingwer und Zucker zur Apfelmasse geben und 2-3 Minuten köcheln lassen.
mit etwas Salz würzen, Gelierprobe machen, und heiß in Schraubgläser füllen.

 

 

 


Speierlingkochseminar mit der Botanikerin

Weil Sie so gut ist und sich besonders mit alten Sorten auskennt, habe ich spontan für alle “Speierlingfreunde” und die es noch werden wollen, ein besonderes Seminar mit Dipl. Biologin Monika Peukert in Frankfurt-Enkheim anzubieten:

Wann: 19.11.2016, 14-18 Uhr
Wo:     Äppelhäusi, Vereinshaus des Obst- und Gartenbauvereins Bergen-Enkheim, Riedstr. 19, Frankfurt-Enkheim.

Einladung zum Kochseminar mit der Speierlingsexpertin Monika J. Peukert

Der Speierling trägt seinen Namen ganz und gar zu Unrecht. Was nur wenige wissen: Er ist eine süße leckere Frucht mit unvergleichlichem Aroma. Wenn Sie den Speierling und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in süßen und pikanten Speisen kennenlernen möchten, dann haben Sie hier Gelegenheit dazu!

Das Seminar umfasst eine Einführung und einen praktischen Teil, wobei wir den Speierling in seinen unterschiedlichen Reifezuständen probieren und Nützliches zum Umgang mit der Frucht erfahren. Im praktischen Teil probieren wir verschiedene Verarbeitungstechniken und -geräte aus, bereiten verschiedene Speisen aus Speierling zu und verkosten sie gemeinsam. Außerdem lernen wir weitere Spezialitäten kennen, die eine längere Reifezeit brauchen. Freuen Sie sich auf ein wahrhaft exotisches Geschmackserlebnis mit einer Frucht, die so exotisch ist, dass sie (fast) keiner kennt!

Kostenbeitrag 39,-€/pro Person.
Zutaten und Kursmaterial sind im Teilnahmebeitrag enthalten.
Verbindliche Anmeldung bis 8.11.2016 bei Dipl.-Biol. Monika J. Peukert
mail:  monika.j.peukert@gmx.de.

 


Rosenbutter – Rezept – SinnVoll


Auf vielfachen Wunsch hier das Rezept für meine Rosenfans.
Rosenliebe pur!

Dazu braucht ihr:
Blütenblätter von 3-4 stark duftenden Rosen – hier Rose de Resht
1 Päckchen zimmerwarme Butter (250 g)
1 Prise Meersalz oder Rosensalz
Puderzucker nach Gusto – die Rosenblätter sind etwas herb – zum Abmildern ein wenig Puderzucker dazu.
½ Teelöffel Roter Pfeffer
Pergamentpapier von der Rolle

So geht’s
Die Blütenblätter vom Stengel zupfen und zum Antrocknen auf ein Küchenpapier auslegen.
1 Teil für Deko zurückbehalten.
Die zimmerwarme Butter und die Rosenblättchen auf einem flachen Teller mit einer Gabel grob vermengen.
Salz, wenig Puderzucker und Pfefferkörner dazu und alles vermischen.
Ein Stück Pergamentpapier mit Rosenblättern ausstreuen und darauf in Rollenform die Rosenbutter legen.
Mit dem Papier einwickeln und eine Rolle formen.
Für ein paar Stunden in den Kühlschrank.
Vor dem Servieren die Rosenbutter in kleine Scheiben geschnitten und mit Rosenblättchen dekorieren.
Schmeckt auf Weißbrot oder Hefezopf.
Kann zum Tee oder herzhaft mit pikanten Tartines zum Sektempfang serviert werden.


Das Rheinhessenquadrat – Gärten 1816/2016

2016 feiert die Region Rheinhessen ihr 200jähriges Jubiläum.
Zu diesem Anlass haben sich die Gartenführer und Gartenbesitzer etwas Besonderes ausgedacht: sie lassen das Jahr 1816 in die Gärten einziehen!

Logo RheinhessenquadratIm Projekt “Das Rheinhessenquadrat – Gärten 1816 -2016″ zeigen 40 Gärten historische Pflanzen aus dieser Zeit, in der es weder Kühlschrank noch Kunstdünger gab. Die Themen sind individuell und unterschiedlich, eingerahmt in einem Quadrat – dem Rheinhessenquadrat – wird dargestellt, wie das Leben vor 200 Jahren in Garten und Küche ausgesehen haben könnte. Was wurde angebaut? Welche Pflanzen haben bis heute noch Bestand und haben einen historischen Bezug?

 

 

Die Spurensuche ergab für Rheinhessen´s Gartenkultur zwei Persönlichkeiten,  die seit Jahrhunderten Einfluss auf Garten und Feld nahmen;

Kaiser Karl der Große (747 – 814) mit der Landgüterverordnung – Capitulare de villis vel curtis Imperii – (hier eine schöne Zusammenfassung)
Darin wird beschrieben, wie Dreifelderwirtschaft, Wein- und Gartenbau in den kaiserlich/staatlichen Gütern erfolgen sollte um die Versorgung des Kaisers und seiner Gefolgschaft zu sichern. In Rheinhessen war Ingelheim eine Kaiserpfalz und neben Aachen der bedeutendste Ort im damaligen Kaiserreich.

und

Hildegard von Bingen, die in Rheinhessen wirkte und mit ihren Schriften naturwissenschaftliche und heilkundige Werke hinterließ.

 

Rheinhessenquadrat im Garten Knab:

Der Garten ist mit Buchsbauch und alten Rosen gestaltet. Im Beet mit der meisten Sonneneinstrahlung stehen jetzt alte Würz- und Heilpflanzen.
Am Tag der offenen Gärten oder bei Gartenevents können die Kräuter und Rosen (Apothekerrose, Gallica Rosen, Wildrose, alte Duftrosen) entdeckt und beschnuppert werden.

Folgende Kräuter sind im Rheinhessenquadrat und außerhalb des Quadrats im Garten Knab vorhanden:

In der Mitte in einem alten Kelteraufsatz wachsen:
Ysop/Bienenkraut, Quendel/Feldthymian, Schnittlauch und Wegwarte/Chiccorie.

In weiteren vier Feldern befinden sich:
Andorn, Baldrian, Beifuß/Sonnwendkraut, Betonienkraut/Heilziest, Eberraute, Fenchel/Brotsamen, Knoblauch, Liebstöckel, Malve, Melisse, Mutterkraut, Petersilie, Ringelblume, Salbei, Weinraute, Wermut/Absinth,  Zitronenmelisse.

Außerhalb des Quadrats im Garten:
Alant, Beinwell/Wallwurz, Bohnenkraut, Gundelrebe, Habichtskraut, Kamille, Königskerze, Lungenkraut,  Meerrettich,  Schöllkraut.

Die Kräuter sind in der Landgüterverordnung und auch bei Hildegard von Bingen benannt. Über die Klostergärten fanden diese Pflanzen Einzug in die Gärten Rheinhessens.

Weitere Infos unter:

Zusammenfassung Landgüterverordnung Karl der Große:

Hildegard von Bingen/ Zusammenfassung Knab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hildegard von Bingen “Grünkraft”

”Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit
und diese Kraft ist grün.

Aus lichtem Grün
sind Himmel und Erde geschaffen
und alle Schönheit der Welt.”

Die berühmte Abtistin Hildegard von Bingen (1098-1179) war Naturwissenschaftlerin, Kirchenpolitikerin, Dichterin, Komponistin, Theologin und führte zwei von ihr gegründete Klöster. In ihren Handschriften „Physica“ und „Causae et Curae“ nahm sie Bezug auf die Erkenntnisse aus der Antike und entwickelte die aus vorchristlicher Lehre stammende Viersäftelehre und die Temperaturlehre weiter zu ihrem eigenen Konzept. Ihre Lehrbücher zu Pflanzen-, Metall- und Edelsteinheilkunde wurden Grundlage der ganzheitlichen, homöopathischen Medizin. Hildegard von Bingen schärfte den Blick auf den ganzen Menschen, dass Leib und Seele immer nur gemeinsam heil sein können. Heute besinnen sich viele Menschen, auf ihre Lehren, auf ein selbstbestimmtes, ganzheitliches Leben im Einklang mit sich selbst und der Natur.

Aufgewachsen in Bermersheim bei Alzey, kam sie mit 8 Jahren ins Kloster Disibodenberg.
Sie gründete im Jahre 1147 das Kloster Rupertsberg in der Nähe von Bingen und 1165 gründete Hildegard ein zweites Kloster in Eibingen.

Viriditas:
Den Begriff ” Viriditas”  hat Hildegard von Bingen gebildet für „Grünkraft“. Damit beschreibt sie eine grundsätzliche Kraft, die Natur und Kosmos, also Menschen, Tiere, Mineralien und Pflanzen beinhalten. Diese in allen Dingen bestehende Grünkraft ist laut Hildegard die tatsächliche Basis jeglicher Heilung. Diese Grünkraft findet man im Sinnbild des Blühens, als auch im Säen, Keimen, Wachsen und Frucht-Tragen. Die Grünkraft kann den Menschen durch Monotonie und Anspannung im Alltag verloren gehen und kann sich wieder erneuern durch Aufenthalt und Bewegung in der Natur, so ihre Empfehlung.

Die Grüne Kraft:
Oh edelstes Grün, das du in der Sonne wurzelst und in heller Heiterkeit im Kreise leuchtest
Nichts Irdisches kann dich begreifen. Du bist umarmt von göttlichen Mysterien.
Bist du doch strahlend wie die Morgenröte und brennst wie die Flamme der Sonne.

Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch ein Schlüssel zu Hildegards natur- und heilkundlichen Schriften. Diese sind ganz davon geprägt, dass Heil und Heilung des kranken Menschen vor allem durch den Glauben, gute Werke und eine maßvolle Lebens-Ordnung ausgehen könne.

Die Leistung Hildegards liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen nutzte. Sie entwickelte vor allem aber eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität. Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen.

Früher wurde altes Heilwissen von Generation zu Generation vor allem über die Frauen weitergegeben. Seit dem 12. Jhd. sind zahlreiche Schriften überliefert vom reichen Schatz des Wissens von Hildegard von Bingen. Traditionelle Heilkräutergärten zeugen vom festen Platz in den Klöstern, den die Heilkunde und Pflanzenmedizin dort hatte.

Trage Vorsorge für Deinen Garten, den Gottes Gabe gepflanzt und sei auf der Hut, dass seine Gewürzkräuter nicht verdorren.
Hildegard von Bingen

Auch unsere Großmütter kannten noch die Wirkung der Gewürz- und Heilkräuter und wussten um die Kräfte in den Pflanzen.
Kräuter sind für uns heute Gewürz-, Aromapflanzen und grüne Apotheke zugleich. Sie verführen aber nicht nur uns mit ihren wundervollen Düften, sondern locken obendrein viele Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge in den Garten.

Quellen:

Hildegard von Bingen 1098 – 1179 – Verlag Philipp von Zabern, Mainz –

Weitere Infos:
Land der Hildegard

Abrtei St. Hildegard

 


Knoblauchsrauke

Irgendwann war sie da, die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) oder auch Lauchkraut oder als Lauchhederich bekannt.   Zwischen den gut gedüngten Rosen, fühlte sie sich wohl und wucherte üppig vor sich hin. Als ich dann das  “Unkraut”  genauer unter die Lupe, bzw. auf den Gaumen genommen habe, war das weitere Vorgehen klar; “kann bleiben – erst Umsiedeln und dann Aufessen”. Für mich und meinen “Wilden Garten” eine willkommenes Wildkraut für meine Kräuterküche. Am Gartenrand, im Halbschatten und zwischen den Hecken haben sich im Herbst ein paar Plätze für die Ansiedlung der 2-jährigen Pflanze gefunden. Jetzt im Februar ist es eine der ersten Frühlingsboten, die munter sprießen und die rundlich eingekerbten Blätter in Herzform zeigen. Später im Jahr verändern sich die Blätter zu gezackten und spitz zulaufenden Blattformen. Am besten erkennt ihr dann die Pflanze, wenn ihr die Blätter zwischen den Fingern zerreibt und es zart nach Knoblauch duftet.

 

190_Alliaria_officinalisHier ein kleiner Steckbrief und Erfahrungen aus dem letzten Jahr:
Höhe 20 -30 cm /
Häufiges Vorkommen an Gebüsch- und Wegrändern, Stickstoffanzeiger
Familie; Kreuzblütler; Blüte; weiß, Blütezeit: April bis Juni
Früchte; kleine längliche Schoten.
Inhaltsstoffe: Senfglykoside, Vitamin A, viel Vitamin C , Enzyme & Polyphenole.
Die nachhaltigste Anwendung der Knoblauchsrauke ist, sie frisch zu essen oder im grünen Smoothie zu trinken gemischt mit anderen Kräutern und Obst.

Meine Kräuterküche:
Sowohl die Blätter, als auch die Blüten und die jungen Samenschoten finden bei mir Verwendung.
Der feine Knoblauchsgeschmack ist milder wie bei Knoblauch oder Bärlauch und hat eine pfeffrige und leicht krautigen Note. Die frischen Blätter machen sich wohl dosiert gut als Salatbeigabe, im Pesto und auch gekocht in Aufläufen und Suppen. Fein geschnitten peppt es auch Brotaufstriche oder Buttermischungen auf.

Alliaria-petiolata

Die weißen Blüten sind eine wunderbare Deko und wie alle Kreuzblütler eine herzhafte Leckerei mit pfeffrigem Senfgeschmack. Auch die kleinen scharfen Schötchen lohnen sich zu knabbern, aber am besten mit Butterbrot und wohl dosiert. Zwischen Juli und August sind die Samen ausgereift und können als Beigabe oder Ersatz für Senf verwendet werden.

Geschichte: Wer mehr wissen will über diese alte Pflanze und die Verwendung in früheren Zeiten findet hier mehr Lesestoff: Link zu prähistorische Gewürze/Spiegel 


Weißdorn

Herztropfen oder auf Rheinhessisch: “Karl mei Troppe!”IMG_6668

Auffallend üppig und einladend lachten mich dieses Jahr die Beeren des Weißdorns an. Dass dieser einheimische Strauch eine wertvolle Heilpflanze ist und hauptsächlich bei Herz- und Kreislaufbeschwerden eingesetzt wird, ermunterte mich, daraus etwas zu machen. Zuerst hab ich die kleinen etwas mehlig schmeckenden Beeren nur genascht, immer eine Handvoll, sozusagen als Herzstärkung für unterwegs.  Die enthaltenen Flavonoide gelten als Antitoxisch und sollen die Blutgefäße erweitern und eine Zerstörung der Blutgefäße verlangsamen. Also ideal als Stärkung für unruhige Zeiten. Beherzt hab ich dann eine Flasche Wodka gekauft und die Beeren angesetzt. Was soll ich sagen, der rötlich-braune Likör ist sehr lecker geworden;  mit malziger Süße und einem leicht bitteren und holzigen Beerengeschmack. Es schmeckt nach mehr.
Der Winter kann kommen.

IMG_6790Hier das Rezept* für die “Herztropfen” aus Weißdorn:

Weißdornbeeren sammeln, waschen, abtropfen lassen und in Weckgläser einfüllen.
In jedes Glas 1/2 Stange Zimt, 2 Eßl. brauner Rohzucker und eine halbe Bio-Limetten mit Schale (in 2 Teilen) füllen.
Mit 45 % klarem Alkohol /Schnaps/Wodka auffüllen.
Verschliessen und 4 – 5 Wochen an der Fensterbank ruhen lassen.
Danach durch ein Stoffsieb filtern und in kleine Flaschen abfüllen.

Trink-Empfehlung:  Eigentlich immer wenn Dir der Spruch “Karl mei Troppe” als Stoßgebet einfällt. Nach dem Essen passt es gut, im Weihnachtstrubel und bei (oder vor) Familientreffen hilft es sicher auch. 

 

*Das Rezept stammt von der Buchautorin und Wildpflanzen-Expertin Coco Burckhard.
alles-aus-wildpflanzenDiese quirlige Kräuterhexe aus dem Allgäu habe ich in der Naturschule Freiburg erlebt.
Ihr umfangreiches Naturwissen und ihre praktischen Erfahrungen mit Wildpflanzen hat
sie in ihrem neuen Buch zusammen getragen.

Buchtipp für Weihnachten: 
Alles aus Wildpflanzen – kochen, heilen, färben, räuchern und mehr“ erschienen im Ulmer Verlag.
Mit Pflanzenportraits von 100 heimischen Wildpflanzen und ihre Verwendung in
Küche, Heilkunde, Handwerk und Brauchtum.
Ein schönes Geschenk für Naturfreunde. 

 

 

 


Kapuzinerkresse

Schmeckt, Schmückt und Wuchert! 

„Jedes Jahr eine neue Pflanze in dein Leben und deinen Garten einladen – aussähen, an verschiedenen Standorten pflanzen, beobachten, riechen, schmecken und verkosten“. Dieser bewährte Rat meiner Freundin und Botanikerin Kika alias Monika Peukert gebe ich an dieser Stelle gerne weiter. Letztes Jahr war es bei mir die Glockenblume, die in allen Formen und Arten in meinen Garten einzog und jetzt Bienen und Küche erfreut. Dieses Jahr ist es die Kapuzinerkresse Tropaeolum majorDer  Name “Kapuzinerkresse” leitet sich von den Blüten ab, die in ihrer Form an die Kapuzen von Mönchskutten erinnern.

Ende Mai hab ich die Samen im Topf mit etwa 2 cm Erde bedeckt ausgesäht und an verschiedenen Stellen im Garten gepflanzt. Die Pflanze sieht wunderschön aus, ist anspruchslos, gedeiht auch im Halbschatten und wuchert je nach Standort munter vor sich hin. Und das Beste daran, fast alle Teile der Kapuzinerkresse sind essbar; Blüten, Blätter, Knospen, Früchte und Samen. Der Geschmack der Kapuzinerkresse ist sehr intensiv pfeffrig und würzt so wie die Pflanze aussieht, auffällig und nicht zu überschmecken. Die dekorativen Blüten krönen seit Ende Juni Vorspeisen, Salate und Desserts. Neu entdeckt für meine Küche habe ich die Blätter der Kapuzinerkresse: Roh genascht noch im Garten, als Zutat für Kräuterquark und Kräuterbutter, als Beilage mit Ei, Kartoffeln & Meerettich-Frischkäse oder mit anderen Wildkräutern im Salat.

Fazit:  Das ist die Pflanze für Stadtbalkone und kleine Gärten! Anspruchslos, wächst im Topf, verträgt Halbschatten, rankt am Balkongeländer und kann bis Oktober geerntet werden.

Weinempfehlung: Zum würzig pfeffrigen Geschmack der Kapuzinerkresse passen je nach Beilagen, Weißburgunder, Riesling feinherb, Rosé oder Blanc de Noir Weine.

 

Kapuzinerkresse butterRezept: Kapuzinerkresse Butter

1 Hand voll Kapuzinerkresseblätter

10 + 5 Kapuzinerkresseblüten

250 g Butter

ein wenig Salz

Die Blätter und 10 Blüten fein schneiden und unter die geschlagene Butter geben. Mit etwas Salz würzen. 5 zerpflückte Kapuzinerkresseblüten auf Butterbrotpapier verstreuen und die Butter dazugeben und alles zu einer Rolle formen. Rund 1 Stunde im Kühlschrank festigen lassen und in Scheiben schneiden.
Die schöne Maserung und die grün-orange Farbe macht gute Laune und ist ein Hingucker.   Der pfeffrig-würzige Geschmack der Butter passt hervorragend als Beilage zu Suppen, Vorspeisen oder einfach solo zu Brot.

Kapuzinerkresse als Heilpflanze:

In alten europäischen Kräuterbüchern der Frühzeit und des Mittelalters wird die Kapuzinerkresse aufgrund ihrer amerikanischen Herkunft nicht erwähnt. Spanische Überlieferungen zu Beginn der frühen Neuzeit liefern jedoch Hinweise, dass die Pflanze als Heilkraut bereits bei den Inka weit verbreitet gewesen ist.

Die Kapuzinerkresse war Arzneipflanze des Jahres 2013 und hat in der Naturheilkunde recht große Bedeutung. Die Heilwirkung der Pflanze ist u.a. an den antibiotischen, antiviralen und antimykotischen Eigenschaften begründet, die vor allem durch die enthaltenden Senfölglykoside hervorgerufen wird. Heute kommt die Heilpflanze in der Naturmedizin vor allem für die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten und entzündlichen Prozessen zum Einsatz.

Kappuzinerkresse lachs

 


13. + 14. Juni: Offener Garten zur Rosenzeit

Einladung zum Tag der offenen Gärten  – eine Initiative der Gartenführer Rheinhessen.

Uelversheim: Gleich drei verschiedene Gartenparadiese öffnen die Gartenpforten am kommenden Wochenende in Uelversheim:
In der Zeit von 10.00 – 18.00 Uhr können Garten- und Genussfreunde in privaten Gärten wandeln und Inspiration und Anregung für das eigene grüne Reich oder Balkonien holen.
Für Besucher lohnt sich ein Rundgang zu Fuss. Vielleicht stellen Sie ihr Auto am Friedhof oder an der Schule ab. Besuchen alle drei Gärten und schauen sich das schmucke Weindorf und die 8-eckige Kirche an. Natürlich gibt es in jedem Garten eine kleine Stärkung oder Kaffee & Kuchen.

Offene Uelversheimer Gärten:

Garten der Familie Knab, Ulfridstr. 32
Willkommen im “Wilden Garten”
Thema: Rosen, Kräuter, Ökowein – charmanter Landhaus & Naturgarten mit Holzhaus,  Veranda und großem Apfelbaum.
Das erwartet sie außerdem noch:
Rost-Skulpturen & Feuerkörbe von Metallkünstler Joachim Harbut aus Armsheim. www.harbut.de.
Herzhafte Leckereien zum Wein und verschiedene Ökoweine & Traubensaft vom Weingut Schönhals, www.weingut-schoenhals.de.
www.sinn-voll.com

Garten von Conni Pfeifer/ ArtDekoPfeifer, St. Martin-Str. 8a
Naturnaher Wohngarten mit originellen Dekoideen und Tonskulpturen
, lauschigen Sitzplätzen und zahlreichen Igelverstecken – sowie Arrangements mit Stauden und Blühpflanzen. 180 m².
Das erwartet sie außerdem noch: Verkauf von Dekoartikeln für drinnen und draußen im Laden. Kaffee und Kuchen, sowie Secco und Snacks.
www.art-deko-pfeifer.de

Garten der Familie Schenk/Vogel, Eisgasse 18
Wohngarten mit verschiedenen Beeten und Sitzgelegenheiten zum Entspannen. 500 m².
Das erwartet Sie außerdem noch:
Ausgefallene Deko für den Garten/Wohnen, ausgefallene Verköstigung (Süß und Herzhaft) und Getränke.
www.dekoundzierrat.de

Die Veranstaltung der Rheinhessischen Gartenführer findet in ganz Rheinhessen statt. Keine Anmeldung. Eintritt ist jeweils 1,00 €. Kinder frei. Weitere Infos unter: Rheinhessische Gartenführer.

Die Gartenbesitzer übernehmen keine Haftung für physische oder körperliche Schäden.

 


Rosen-Rausch

eine Rose ist eine Rose ist eine Rose

Ende Mai bis Mitte Juni ist in meinem Garten HochZeit – die Königin der Blumen hält Hof und verströmt ihren Duft.
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Damaszener Rosen, Englische Rosen und einmalblühende alte Rosen gesellen sich einvernehmlich auf kleinstem Raum.

Der Duft der Rose, ihre Schönheit, Vollkommenheit und Anmut faszinierte seit jeher die Menschen aller Kulturen und Religionen.
Sie ist das universelle Symbol für die göttliche und irdische Liebe. Aber auch für die Wiedersprüche des Lebens, für Tod, Vergänglichkeit & Wiedergeburt. Die Blume der Venus steht für Sinnlichkeit, Schönheit und war zu allen Zeiten Sinnbild oder Symbol für das ewig Weibliche und das Rad des Lebens. Die Rose erzählt auch von der Flüchtigkeit des menschlichen Glücks und erinnert uns an das Geheimnis des Lebens.

Wenn meine Rosen blühen,
bedarf es anderer Blumen nicht,

sie heiligt mein Gemüt,
und füllt mein Herz mit Licht.
Wie sollt da noch Platz für andere Blumen sein
Ein ganzer Rosengarten rankt in mich hinein.

Friedrich Schnack
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Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehen
Oh wer um alle wüßte,
müßte wie im Rausch durchs Leben gehen.

Christian Morgenstern