Archive for the ‘Wein-und Genusskultur’ Category

Rosen & Wein

Rosige Zeiten im Zellertal – Wein & Rosen – Das Junithema des Zellertaler Weinforums.
Ein Abend voller Rosenduft, Rosensymbolik und Geschichten um die Königin der Blumen.

Fast 50 Weinfreunde  kamen auf Einladung des Zellertaler Weinforums ins Weingut Wick im Zellertal. Es war der passende Ort für dieses Thema.  Gastgeberin Martina Wick stellte die hier praktizierte ökologische Weinkultur und die besondere Lage des Zellertales vor.  Rosé-Weine, wie der beliebte Zellertaler “Toujour Rosé” und der Blanc de Noir trocken, waren die Lieblingsweine des Abends.  Geschichten und Wissenswertes zu der wechselvollen Geschichte der Rose, ihrer Symbolik und dem vielfältigen Einsatzgebiet als Heil- und Duftpflanze vermittelte Marianne Knab.


Mysterium Wein beim Zellertaler Weinforum

Passender konnte das Datum am Gründonnerstag, nicht sein, Mysterium Wein.

Gerne bin ich dieser Einladung des Zellertaler Weinforums nach Niefernheim gefolgt. Gastgeber & Moderator Detlof Graf von Borries begrüßte mit seiner Ehefrau die zahlreich erschienenen Weinfreunde. Galt es doch dem Kultus des göttlichen Getränkes Wein und der Symbolik von Brot & Wein am Ritus des Abendmahls zu lauschen.
„Was wäre die Geschichte ohne den Wein?“ so die Anfangsfrage von Graf von Borries.  Seit ca. 7000 Jahren vor Christus hat das Kulturgut Wein das Werden unserer Zivilisation begleitet. Seit es Menschen gibt, wird „TraubenWein“ kultiviert und spiegelt sich in Landschaft, Kultur, Kunst und Mythen wieder. Ein ganz besonderer Saft also, der Wein und die Weintraube. Die Verwandlung ist sein eigentliches Element. In der Eucharistie des Abendmahls, werden Brot und Wein, zu Leib und Blut Christi verwandelt. Sterben und Auferstehung Christi werden in diesem Sakrament des Abendmahls zur Union Mystica – der Vereinigung mit Gott. Die Substanz wird verwandelt (Transsubstantiation/Kath. Kirche). Alle vier Evangelien gleichen sich fast wortwörtlich bei der Beschreibung des Abendmahls. Ostern – Sterben und Auferstehung und die Weintraube als Symbolik der Auferstehung.
Dass dieses Gedankengut nicht neu ist, zeigen alte Mysterienkulte: Kybele, Mitras, Isis, Dionysos, Bacchus.  Seit Alters her sind die Traube und der Rebstock, Gaben von göttlichen Mächten mit hohem Symbolwert.
Begleitet von einer umfangreichen Weinprobe des Weingutes Herr aus Niefernheim, waren die Zuhörer stets gegenwärtig mit der Zellertaler Weinkultur verbunden. So an Leib und Seele gestärkt, hat Ostern noch mal eine tiefere Bedeutung für mich bekommen.

Zellertaler Weinforum:
Das „Weinforum Zellertal“ ist ein lockerer, unverbindlicher Zusammenschluss von Menschen, die sich für die Weinkultur des Zellertales von Monsheim bis Marnheim interessieren. Es gibt keine Vereinsstruktur und keinen Vereinsbeitrag.
Das Weinforum will in regelmäßigen monatlichen Veranstaltungen auf die hervorragenden Weine der Region aufmerksam machen und auf diejenigen, die dieses Kulturgut Wein hervorbringen.
Die Weinforen finden an jedem ersten Donnerstag im Monat an unterschiedlichen Orten des Zellertales statt. Eingeladen ist jeder, der genügend Interesse an dem Thema mitbringt.

Bild: Bacchus von Caravagigo

Quelle: Ausstellungskatalog Mysterium Wein – Die Götter, der Wein und die Kunst im Historischen Museum der Pfalz in Speyer im Jahre 1996.

Graf von Borries, Niefernheim, war Mitinitiator der Ausstellung

Kulturgut Wein – Gleichnis der Wandlung zum beflügelnden Geiste

Das Mysterium Wein geht weiter… dieses Thema Wein in seiner Tiefe zu erfassen lässt mich ja nicht mehr los. Der Autor Ernst Aeppli schreibt in seinem Buch “Der Traum und seine Deutung” folgendes über den Wein: “Der Weinbau ist nur in Kulturlandschaften möglich. Ja, er ist mit dem Korn und dem Gartenbau derer höchstes Zeichen.” und weiter: ” ..Das religiöse Erlebnis hat den Wein zum Gleichnis göttlichen Blutes erhoben. Im Wein ist das Erregende, ist die Kraft des Geistes, welche die Erdschwere überwindet,  die Phantasie beflügelt. In seinem Zeichen entstehen stille Gemeinschaft und baccanalische Lust und der tiefste Einigung vermittelnde Ernst des Sakralen im Abendmahl.
Wo im Traum sich ein Rebgelände an die Hänge der Traumlandschaft baut, wo Trauben am Spalier hangen oder dem Träumer geschenkt worden – “ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben” -, wo goldener oder dunkelroter Wein im Kelchglase des Traumes leuchtet, da ist positives und bedeutendes Leben. Das Weinwunder ist von der Seele aus gesehen ein göttliches Lebenswunder der Wandlung von erdhaft vegetativem Sein zum beflügelnden Geiste.”
Schönere Worte zu diesem unfassbaren Geheimnis kann es doch nicht geben.  Danke Ernst Aeppli.

 


Ökologische Weinkultur im Zellertal


Eben bekomme ich eine Mail vom Weingut Wick im Zellertal, verbunden mit einer Einladung. „Das Paradies ist jetzt“ ist zu lesen – da kann ich nur zustimmen. Alles sieht danach aus, wenn ich an diesen Ort und die beiden rührigen Wicks denke.
Jochen, der seit über zwanzig Jahren ökologischen Weinbau betreibt und ehrliche charaktervolle Weine produziert. Martina, die das passende Umfeld schafft und Farbe, Kultur und Kunst dazu einbringt: „Wir verstehen ökologische Weinkultur als Kunst in der Natur, mit der Natur und auch ein Stückchen Lebenskunst.“  Diese Einladung zum guten Leben mit echten Produkten schätzen auch die gern gesehenen Kunden an diesem Fleckchen Erde. Kein Geheimtipp mehr ist das Olivenölfest am ersten Maiwochende. Viele Menschen kommen jedes Jahr wieder und freuen sich auf Gaumenfreuden und Kunstgenuss. An beiden Tagen ist Gelegenheit die gutseigenen Weine zu verkosten.

Oliandi – das Olivenölfest 2012
5. / 6. Mai 2012 von 11 – 18 Uhr

 


Begegnung mit Martin Buhl, Käserei Monte Ziego


Schnell war klar, dieser Mann ist sehr gefragt auf der Biofach  Messe in Nürnberg. Martin Buhl rühriger Gründer der KäsereiMonte Ziego ist mit seinem Ziegenfrischkäse in Olivenöl und Kräuter zum Demeter Produkt des Jahres 2012 ausgelobt worden. Von der Güte des schmackhaften Käses konnte ich mich auch gleich am Stand überzeugen.
Ausgezeichnet wurde der charakteristische Geschmack des Käses, sowie das Engagement der Null-Energie-Käserei, die regionale Ausrichtung und gekonnte Veredelung mit Olivenöl und Kräutern. „Ich habe vor gut zehn Jahren mit zwei Ziegen angefangen. Mittlerweile sind wir die größte handwerkliche Bio-Ziegenkäserei in Deutschland.“ Für Martin Buhl und seine Mitarbeiter aus der Käserei Monte Ziego ist die Auszeichnung Ansporn und Bestätigung zugleich. „Unsere Molkereiprodukte aus wertvoller Ziegenmilch sollen eine verführerische Antwort auf die industriell-standardisierten Käsesorten sein. Unser Ziel ist es, dem Gaumen etwas Gutes zu tun und gleichzeitig das Natürliche bewahren.“, so Buhl. Dies gilt nicht nur für die Lebensmittel, sondern auch für die Ziegenhöfe und die Produktion. Monte Ziego plant durch eine Molkebiogasanlage die wohl erste Null-Energie-Käserei Deutschlands. Für ihr Energiekonzept erhielt die Firma den Innovationspreis der Badenova und den Landespreis Baden Württemberg . In der Region haben fünf regionale Landwirte auf Demeter-Milchziegenhaltung umgestellt. Auf den Ziegenhöfen im Schwarzwald wird die Basis gelegt für ein erstklassiges, handwerkliches Premiumprodukt. Die Tiere haben Weidegang, viel frische Luft und kräuterreiches Futter. So ist ihre Ziegenmilch nicht nur gesund, sondern auch besonders aromatisch.
www.monteziego.de

Monte Ziego und ECOVIN auf der Pro Wein 2012

Dass Ziegenkäse gut zu Weißwein passt, hat Martin Buhl der rührige Gründer der Demeter-Käserei Monte Ziego mit regionalen Winzerweinen aus Baden schon oft probiert. Seine Lieblingsrebsorte zum Ziegenkäse ist ein cremiger Chardonnay oder ein Baden Crémant. Als wir mit der Idee Ziege trifft Riesling kamen, staunte auch der Käsespezialist und ist sehr gespannt auf die Probe.

Die Idee: Geschmackserlebnisse mit 6 Ziegenkäsespezialitäten von Monte Ziego und 5 Riesling Weinen von ECOVIN Winzern aus verschiedenen Anbaugebieten. Vom trockenen Kabinett, über Spätlesen bis hin zur gereiften Riesling Auslese wird die ganze Bandbreite dieser beliebtesten deutschen Rebsorte schmeckbar sein. Geht oder geht nicht wird am Ende stehen und hoffentlich viele Anregungen für gelungene Kombinationen.

Ziege trifft Wein – Rendezvous mit Riesling

Sonntag, den 04. März 2012, 16.15 – 17.00 Uhr, Bühne der Biohalle 7.1

Gäste: Martin Buhl,  Käserei Monte Ziego und ECOVIN Winzer.
Moderation: Marianne Knab


Meine persönlichen Tipps zur ProWein 2012:

Bühnenprogramm Biohalle 7.1
a
m ECOVIN Gemeinschaftsstand A05 – 15

Sonntag, 04. März. 11 – 12 Uhr :
Piwi Gewinner – Kraftvoll, wertvoll, wild
Martin Darting stellt Siegerweine des 1. Internationalen Piwi-Weinpreises vor.

Sonntag, 04. März. 16.15 – 17 Uhr :
Rendezvous mit Riesling – Wein trifft Käse.
Vergnügliche Begegnungen bei Bioriesling aus deutschen Anbaugebieten und feinem Demeter-Ziegenkäse. Moderation Marianne Knab.

Montag, 05. März. 14.30 – 15.10 Uhr
Bridge oder troubled water – Ein Gespräch mit Stuart Pigott,
ECOVIN Winzer Rudolf Trossen u.a. über Ethik, die Schönheit der Steillagen und Vernunft im Umgang mit unseren Naturgrundlagen, am konkreten Beispiel des umstrittenen Hochmoselübergangs – mit Verkostung.

Montag, 05. März. Ab 16.30 Uhr :
Bloggen für Biowein – Neue Wege zum Weingenuss
Moderator Dirk Würtz begrüßt Gäste: Weinblogger, Ökowinzer und Weinfreunde zum anregenden Austausch.
Tipp für durstige Messebesucher: Es gibt Demeter-Bier!


1. Internationale Piwiverkostung

Erster Internationaler Piwi-Weinpreis 2011
2 x Großes Gold und 9 x Gold für Bronner, Cabernet Blanc, Johanniter, Solaris, Regent und Rondo.

Über 200 Weine der neuen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, kurz Piwis genannt, wurden beim ersten Internationalen Piwi-Weinpreis am 3. Dezember 2011 in Bad Dürkheim verkostet.

Eine Jury aus Weinfachleuten um den Sensorikexperten Martin Darting, bewerteten die Weine nach dem differenzierten PAR-System. Die einhellige Meinung der Tester war, dass diese neuen Rebsorten auch geschmacklich zu
den traditionellen Sorten eine Bereicherung darstellen.

„Unser Ziel ist es, diese charakterstarken Weine wie Solaris, Bronner oder Johanniter mit ihren  spezifischen Sortenprofilen zu zeigen und sensorisch zu bewerten. Wir wollen mit diesem Wettbewerb die Akzeptanz der Verbraucher fördern und auch die jahrelange Pionierarbeit der Züchter und Winzer honorieren“, so Mathias Wolff, Berater und Präsident der Piwi-International Bewegung.

Charakterweine und Geschmackserlebnisse mit neuen robusten Rebsorten
Diese neuen robusten Rebsorten sind beim Verbraucher noch meist unbekannt, zu Unrecht wie dieser Wettbewerb jetzt zeigt. Die Siegerweine präsentierten sich mit erstaunlicher Vielfalt, Eleganz und Finesse.

Ich war begeistert von der Sorte Johanniter, die sich meist mit feinen Würzaromen, gelben  Früchten  und einem gut ausbalancierten Süße-Säure-Spiel zeigten. Ein idealer Wein zu Vorspeisen, Fischgerichten und feiner Gemüseküche.

Piwi – Siegerweine aus Rheinhessen:

Rotweine:
Gold – 2009 Regent QbA,  Weingut Hirschhof Westhofen

Gold – 2009 Rondo “R” trocken QbA,  Weingut Schönhals Biebelnheim

Silber – 2009 Rondo “S” trocken QbA,  Weingut Schönhals Biebelnheim

Silber – 2009 Regent trocken QbA, Weingut Dr. Scholl

Silber –  2008 Rondo Spätlese Weingut Marienhof, Dienheim

Weißwein:

 

Silber – 2010 Johanniter QbA Weingut Geheimrat Dr. Schnell Guntersblum

Links und Ergebnisse dieser Verkostung:  www.piwi-international.org

Mehr zu PAR unter www.par-system.de



Kartoffel und Wein

sie heißen Amanda, Laura und Prinzess, die Biokartoffeln vom Biohof Groß in Homberg-Mühlhausen. In einem Gemeinschaftsprojekt des Mehrgenerationenhaus Heilhaus Kassel wurden die Kartoffeln gepflanzt  und geerntet. Wie schmackhaft diese Sorten sind und welche Weine dazu passen können Sie am Sonntag, den 27.11.2011, ab 14.00 Uhr,  auf dem Weihnachtsmarkt im Heilhaus testen.


“Vom Zauber des Neuanfangs” Das Ecovin und Demeter Weingut Janson-Bernhard in Harxheim-Zellertal/Pfalz

Alles schien vorbei, als Christine Bernhard 1992 auf das Weingut ihrer Eltern zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt waren die beeindruckenden denkmalgeschützten Gebäude des Gehöftes in einem schlechten Zustand, der Weinanbau lag brach. Doch „mit dem Mut und der Zuversicht, die der Zauber des Neuanfangs mit sich bringt“ (Christine Bernhard), gelang der neuen Betriebsleiterin Erstaunliches. Sie setzte die Gebäude instand, stellte den Weinanbau auf ökologische Produktion um und entwickelte unzählige Seminare und kulturelle Angebote, mit der sie aus dem fast schon abgeschriebenen Betrieb eine echte Marke in der Region Zellertal machte. Für diese Leistung wurde das Weingut mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau 2011 in der Kategorie „Gesamtbetriebliche Konzeption“ belohnt.

Die regionale ökologische Weinkultur zu leben und für möglichst viele Menschen sinnlich erfahrbar zu machen, das war von Anfang an die Vision von Christine Bernhard. Bei diesem Ziel sollte der biologische Anbau beliebter Rebsorten wie Riesling, Silvaner, Spätburgunder oder Portugieser nur ein Teil des Konzeptes sein. Hinzu kam ein pralles Seminar- und Kulturangebot, bei dem Agraringenieurin Bernhard Naturerleben mit jahreszeitlicher Küche und einer besonderen Festtagskultur kombinierte. So bietet der Betrieb heute alles, was die Sinne anspricht, von Kochkursen und Tomatenverkostungen über Picknick im Park und Kräuterwanderungen bis zum 5-Gänge-Menü Surprise aus der Gutsküche, natürlich ausschließlich mit Zutaten aus der Region. Dass bei all dem auch der Wein und Weinanbau immer wieder im Mittelpunkt steht, versteht sich von selbst.

Doch auch die einmalige Atmosphäre des traditionsreichen Gutshofes nutzt die Betriebsleiterin als Kulisse für beliebte Angebote. Im Sommer finden hier und im angeschlossenen Park regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt. Auch Hochzeiten werden in diesem romantischen Umfeld gerne gefeiert. So ist es Christine Bernhard über die Jahre gelungen, ihr Weingut so zu entwickeln, wie sie es sich von Anfang an gewünscht hat: als Gesamtorganisums, der gut in die natürliche und soziale Umgebung eingebunden ist.

Obwohl die Instandhaltung des Gutshofes noch immer sehr viel Zeit und Geld verschlingt, blickt die Betriebsleiterin optimistisch in die Zukunft. Denn die Qualität und Nachfrage nach ihren ökologischen Weinen wächst stetig und fast alle Veranstaltungen sind gut besucht. Als nächsten Schritt plant die engagierte Winzerin die Gründung eines Förderkreises, in dem weitere Projekte zur ökologischen Weinkultur entwickelt und umgesetzt werden sollen. Bei dem Fleiß und der Zielstrebigkeit, mit der Christine Bernhard ihre ökologischen Weinvisionen verfolgt, kann man sicher sein, dass auch in diesem Förderkreis viele gewinnbringende Projekte für die Region Zellertal entstehen werden.

Berlin/Rheinland-Pfalz/Zellertal
Das Weingut Janson Bernhard in Harxheim/Zellertal wurde mit dem 1. Preis des Förderpreises Ökologischer Landbau 2011 für den Bereich Gesamtbetriebliche Konzeption des Bundesprogramms ausgezeichnet.

Mit diesem Preis ehrt das Bundesministerium besonders innovative Konzepte ökologisch wirtschaftender Betriebe.
Das ECOVIN- und Demeter-Weingut Janson-Bernhard wurde mit dem 1. Preis
in der Kategorie Gesamtbetriebliches Konzept ausgezeichnet.